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Silvan Swaton forscht an der TU Darmstadt an den Technologien von morgen

Eine Woche lang eintauchen in echte Forschung, experimentieren im Labor der Universität und am Ende die eigenen Ergebnisse vor rund 100 Gästen präsentieren – für Silvan Swaton vom Goethe-Gymnasium Bensheim wurde genau das Wirklichkeit. Er gehörte zu den 16 ausgewählten Teilnehmern und Teilnehmerinnen des 40. Erfinderlabors des Zentrums für Chemie (ZFC) an der Technischen Universität Darmstadt.

Im Mittelpunkt der Projektwoche standen Hochleistungsmaterialien – Schlüsseltechnologien für nachhaltige Energie, klimafreundliche Mobilität, moderne Medizin und eine zukunftsfähige Industrie. Fortschritte in diesem Bereich entscheiden mit darüber, wie effizient Energie gespeichert wird, wie langlebig Bauteile sind und wie ressourcenschonend neue Technologien arbeiten können.

Strenges Auswahlverfahren gemeistert

Der Weg ins Erfinderlabor war anspruchsvoll. 119 Bewerberinnen und Bewerber stellten sich dem Auswahlprozess, nur 16 erhielten eine Zusage. Zweimal im Jahr findet das Labor statt, jeweils mit acht Schülerinnen und acht Schülern aus ganz Hessen. Die Auswahl erfolgt nach schulischen Leistungen; zudem kann jede Schule nur einmal jährlich eine Teilnehmerin oder einen Teilnehmer entsenden.

Aufmerksam auf die Forschungswoche wurde Silvan Swaton über „Goethe Genial“, eine schulinterne Begabteninitiative. „Über Goethe Genial habe ich mich schließlich beworben“, erzählt der junge Bensheimer. Einige Wochen später kam die Zusage.

Naturwissenschaften faszinieren den Oberstufenschüler schon seit frühester Kindheit. „Ich glaube, ich interessiere mich schon mein ganzes Leben dafür“, sagt er. Als Kind besuchte er mit seiner Familie mehrfach das Klimahaus in Bremerhaven und verbrachte dort Stunden damit, Phänomene zu beobachten und ihnen auf den Grund zu gehen. In der Schule fielen ihm die naturwissenschaftlichen Fächer leicht – das verstärkte sein Interesse.

Teamarbeit im Zukunftslabor

Im Erfinderlabor arbeitete Silvan mit seiner Gruppe an einer Technologie, die großes Potenzial für die digitale Zukunft birgt: RRAM (Resistive Random Access Memory). Sie soll das Speichern und Verarbeiten von Daten deutlich energieeffizienter machen – ein entscheidender Faktor angesichts des wachsenden Energiebedarfs der KI-Branche.

„Die Technologie steht allerdings noch am Anfang“, erklärt Silvan. „Es muss noch viel geforscht werden, bevor sie industriell genutzt werden kann.“ Genau dieser Einblick in echte, noch nicht abgeschlossene Forschung habe ihn besonders fasziniert. „Bislang hatte ich wenig Vorstellung davon, wie wissenschaftliches Arbeiten konkret aussieht. In dieser Woche konnte ich zumindest einen kleinen Eindruck gewinnen, was es heißt, Wissenschaftler zu sein.“

Sich selbst beschreibt der Bensheimer dabei klar als Teamplayer. „Mir gefällt es besser, gemeinsam an einer Sache zu arbeiten.“ Aufgaben nach Stärken zu verteilen, miteinander zu diskutieren, voneinander zu lernen – das habe die Woche geprägt. „Wir haben zusammen geforscht und auch gemeinsam gelacht.“

Inspiration durch eine Pionierin

Beeindruckt zeigt sich der Nachwuchsforscher von der britischen Wissenschaftlerin Rosalind Franklin. Ihre Röntgenaufnahmen lieferten entscheidende Grundlagen für die Entschlüsselung der DNA-Struktur. Der Nobelpreis ging zwar später an Francis Crick und James Watson – doch Franklins Beitrag gilt heute als unverzichtbar. „Ob man es Vorbild nennen kann, weiß ich nicht – aber ihre Arbeit beeindruckt mich sehr“, sagt Silvan Swaton.

Rückhalt erhielt er sowohl von der Schule als auch von seiner Familie. Das Goethe-Gymnasium ermöglichte ihm die Teilnahme während einer regulären Schulwoche, seine Eltern begleiteten ihn zur Abschlussveranstaltung, bei der die Teilnehmer des Erfinderlabors ihre Ergebnisse vor Gästen aus Schule, Wirtschaft und Wissenschaft präsentierten.

Beruflich kann sich Silvan gut vorstellen, später selbst in der Forschung zu arbeiten. „Ich finde die Vorstellung cool, durch das Entwickeln von Technologien einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.“ Während im Erfinderlabor nachhaltige Materialien im Fokus standen, zieht es ihn derzeit eher in Richtung Biologie oder Chemie – möglicherweise mit Blick auf medizinische Anwendungen.

Neben aller Begeisterung für Naturwissenschaften bleibt jedoch auch Raum für Kreativität und Sport: Silvan spielt Tennis, E-Bass in einer Band und steht sowohl in der Theater-AG des Goethe-Gymnasiums als auch im Ensemble des Pipapo-Theaters in Bensheim auf der Bühne. Hier war er zuletzt in der Eigenproduktion „Der Räuber Hotzenplotz“ als Kasperl zu sehen, auch im Kinder- und Familienstück nach der Originalgeschichte von Otfried Preußler stellte er seine Cleverness unter Beweis und überlistet den Räuber.

Das Erfinderlabor hat Silvan Swaton nicht nur fachliche Einblicke verschafft, sondern auch gezeigt, wie spannend es sein kann, gemeinsam an Lösungen für die großen Fragen unserer Zeit zu arbeiten. Oder, wie er es selbst formuliert: „Es war ein kleiner Einblick in das, was es heißt, Wissenschaftler zu sein.“