Gesellschaftswissenschaften

 

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Podiumsdiskussion - Oberstufenschüler befragen Europaabgeordneten Dr. Michael Gahler zu aktuellen Themen

 Podiumsdiskussion 11-17

"Quo vadis, Europa?" Wohin geht die Reise in der Europäischen Union? Wo liegen die zentralen Probleme? Welche Herausforderungen müssen in den kommenden Monaten und Jahren gemeistert werden, um die Gemeinschaft stabil zu halten? Das wollten die Oberstufenschüler des Goethe-Gymnasiums gestern vom hessischen Europaabgeordneten Michael Gahler (CDU) wissen.

Die Themen: Wirtschaft, Währung und Wachstum der EU. Es ging um Populismus, Protektionismus und die Chancen zu einer Reform der Union. Im Auditorium saßen Schüler aus der Jahrgangsstufe Q3 und einer neunten Klasse, die sich an der Diskussion beteiligt haben. Es moderierten die Schüler Janine Ecker, Helena Störck und Simon Kaffanke. Als Europaschule stehe man oft und gern in Kontakt mit der Politik, sagte Goethe-Schulleiter Klaus Holl zu Beginn der Veranstaltung in der gut besuchten Mensa, wo sich der gebürtige Frankfurter den Fragen der Jugendlichen gestellt hat. Was bewegt die Schüler?

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Das Goethe-Gymnasium ist Partner der Ausstellung „Legalisierter Raub“ in Lorsch

legalisierter raub2Die „große Geschichte“ am eigenen Ort kennenzulernen und zu sehen, wie die Ereignisse der Weltgeschichte auch im Heimatort Spuren hinterlassen hat, das ist eine der Aufgaben, die der Geschichtsunterricht am Goethe-Gymnasium erreichen will. Die Chance hierzu hatten nun Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die unterstützt von ihren Lehrern die Ausstellung „Legalisierter Raub“ in Lorsch als Partner unterstützen konnten. Die Ausstellung des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts und des Hessischen Rundfunks, die vom 6. Februar bis 14. Mai im Lorscher Museumszentrum zu besichtigen ist, behandelt die staatlich organisierte Ausplünderung der hessischen Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. Die Ausstellung ist bereits seit dem Jahr 2002 an verschiedenen Orten in Hessen gezeigt worden und wird jeweils um Schwerpunkte und Fundstücke ergänzt, die Schicksale jüdischer Bürger aus der Ausstellungsregion thematisieren.

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Gunter Demnig installiert weitere Stolpersteine in Bensheim

Für alle Beteiligen eine emotionale Zeremonie

stolpersteinverlegungGegen Ende der Zeremonie gab es einen kurzen Augenblick, in dem sich Barbara Hicken der allgemeinen Aufmerksamkeit entzog. Sie löste sich mit einer halben Körperdrehung aus dem Kreis von Menschen, die sie umgaben. Es schien, als suche sie einen Moment der Einsamkeit, um alleine zu sein mit ihren Gefühlen und Erinnerungen. "Very emotional" sei es für sie gewesen, antwortete sie mit brüchiger Stimme auf Nachfrage, während Tränen über ihre Wangen liefen - und wandte sich, nach wenigen Sekunden des Schweigens, wieder gefasst ihrer Begleitung zu.

Barbara Hicken war Mitte der vergangenen Woche aus den USA angereist, um persönlich an der Stolperstein-Verlegung zum Gedenken an ihre Mutter Mini Oppenheimer teilzunehmen. Bis 1937 war die Rodensteinstraße 106 in Bensheim das Zuhause der Oppenheimers. Fünf Stolpersteine sind vor dem Anwesen in Erinnerung an die jüdische Familie bereits verlegt - am Freitag installierte der Kölner Künstler Gunter Demnig, der Initiator der Stolperstein-Mahnmale, zwei neue: für Mini und ihren Bruder Karl. Zudem wurde der Stein für Mira Oppenheimer durch einen neuen mit korrigierter Inschrift ersetzt.

Mehrere Tausend seiner Stolpersteine hat Gunter Demnig bislang verlegt, entsprechend routiniert sind seine Handgriffe. Ein reines Handwerk ist die Installation eines Stolpersteins für ihn deshalb nicht, betonte der Künstler. "Es ist jedes Mal etwas Besonderes." Inzwischen würden viele Familien eine solche Verlegung als Gelegenheit zur Zusammenkunft nutzen und sich dabei ihrer Wurzeln erinnern. Das sei oft sehr bewegend, berichtete Demnig.

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Stolpersteine: Heute Verlegung in Gedanken an Familie Oppenheimer / Tochter Barbara Hicken aus den USA zu Gast

Erinnerung und Mahnung

Heute um 16 Uhr werden an der Rodensteinstraße 106 zwei weitere "Stolpersteine" verlegt. Damit erinnert die Stadt an Mini und Karl Oppenheimer, die in diesem Haus mit ihrer Familie gelebt haben. Anwesend ist auch Barbara Hicken, die Tochter von Mini Oppenheimer. Sie reiste gestern aus den USA nach Bensheim, um bei der Installation durch den Kölner Künstler Gunter Demnig persönlich dabei zu sein.

Fünf Messing-Gedenktafeln erinnern bereits an die Familie, die 1937 von Bensheim nach Frankfurt gezogen war. 1941 wurden sie nach Minsk deportiert und dort ermordet: Moritz, Frieda, Hermann und Elieser Oppenheimer. Mira Oppenheimer, Jahrgang 1931, wurde mit einem Kindertransport nach England gebracht und hat so den Holocaust überlebt.

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Katrin Himmler berichtete von den Recherchen über ihren Großonkel Heinrich Himmler

Ein Massenmörder in der Verwandtschaft

Als sie 15 Jahre alt war, wurde sie im Geschichtsunterricht gefragt, ob sie mit "dem Himmler" verwandt sei. Den dunklen Klang ihres Familiennamens empfand die Großnichte des "Reichsführers SS" damals als bleischwere Belastung. Trotz Heirat hat sie ihn bis heute beibehalten.

Die meisten Leute reagierten nicht verwundert oder verunsichert, wenn sie sich vorstellt, sagt Katrin Himmler. "Die denken eher an Himmel, an etwas Positives." Dennoch ist Himmler ein Synonym für Massenmord, erinnert an einen der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte. Wie es für sie ist, mit diesem Erbe aufzuwachsen und wie sie den Tatsachen ins Auge geblickt hat, erzählte Katrin Himmler am Mittwoch im Goethe-Gymnasium. Ein Saal von Oberstufenschülern, viele mit Leistungsfach Geschichte, hörte zu und hakte nach. Katrin Himmler könnte ihre Mutter sein.

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